Häufig gestellte Fragen
Magensäure: Wie lautet die Chemische Formel?
Der Magen ist nach Mundhöhle und Speiseröhre die dritte Station des Verdauungsapparates und kann bis zu 1500 ml Nahrungsbrei fassen. Er besteht aus Muskelgewebe und ist von innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet, welche verschiedene Arten von Zellen enthält. Jede dieser Zellarten produziert eine eigene Substanz, die gemeinsam für die Herstellung des Magensaftes sorgen [1].
Der Magensaft besteht aus Enzymen und Enzym-Vorstufen, die Fette und Proteine aufspalten und somit die Verdauung einleiten. Ein weiterer Bestandteil ist ein Eiweiß (Protein = Intrinsic-Factor), das für die Aufnahme von Vitamin B12 unverzichtbar ist.
Außerdem werden noch Schleimstoffe und Bicarbonat gebildet, um die Magenschleimhaut vor der Magensäure zu schützen. Diese Magensäure ist der letzte wichtige Bestandteil des Magensaftes und wird von den sogenannten Belegzellen gebildet[2].
Wie lautet die chemische Formel der Magensäure?
Die chemische Formel von Magensäure lautet HCl. Damit ist Magensäure chemisch betrachtet das gleiche wie Salzsäure, also eine starke Säure, die den pH-Wert des Magensaftes drastisch senken kann. Die Säure besteht aus einem H⁺- Ion, also einem positiv geladenen Wasserstoff-Ion und aus einem negativ geladenen Chlorid-Ion. Diese beiden Moleküle ziehen sich aufgrund ihrer gegensätzlichen elektrischen Ladungen an und verbinden sich.
Wie wird Magensäure gebildet?
Die Bildung von Magensäure ist eine Meisterleistung der Natur. Die Belegzellen, welche die Säure bilden können, sind dazu mit einigen besonderen Werkzeugen ausgestattet. Das Chlorid-Ion kreist als Blutsalz (Elektrolyt) im Blut und wird von dort über ein spezialisiertes Protein zunächst in die Belegzelle befördert. Dann durchwandert es diese Zelle und wird auf der anderen Seite durch einen speziellen Chloridkanal in die Magenhöhle transportiert. Das Wasserstoffmolekül wird in der Belegzelle selber aus H₂O -also Wasser- abgespalten und dann von der Zelle in den Magen gepumpt. Im Austausch dagegen gelangt ein ebenfalls positiv geladenes Kalium-Ion aus dem Magen in die Zelle, sodass das elektrische Gleichgewicht der Zelle erhalten bleibt[2].
Die Verbindungen dieser beiden Anteile und die Entstehung der Säure finden also erst im Magen statt. Dadurch wird verhindert, dass die Säure ihre „Mutterzelle“ angreifen kann.
Welche Funktion hat die Magensäure?
Bei der Nahrungsaufnahme wird im Magen auch der Nahrungsbrei durch die Salzsäure angesäuert und erreicht einen pH Wert von 1,8- 4. Das hat drei wesentliche Effekte. Zum einen werden eventuelle Bakterien und Schädlinge in der Nahrung angegriffen und abgetötet, sodass die Magensäure eine wichtige Schutzfunktion hat. Zweitens werden einzelnen Bestandteile der Nahrung wie Proteine durch die Säure aufgespalten (denaturiert). Zuletzt können einige Verdauungsenzyme bei niedrigen pH-Werten am besten arbeiten, sodass die Nahrungsverarbeitung optimal beginnen kann[1].
Quellenangaben
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Renate Lüllmann-Rauch, Friedrich Paulsen: Taschenlehrbuch Histologie. Thieme Verlag, 4.Auflage 2012, S. 392-397
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Stefan Silbernagl, Agamemnon Despopoulos: Taschenatlas Physiologie. Thieme Verlag, 8. Auflage 2012, S. 256
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Veröffentlicht durch: | DeGiN-Redaktion |
Erstellt am: | 23.05.2016 |
Zuletzt aktualisiert am: | 10.06.2016 |
Prüfzyklus: | Jährlich |
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