Sodbrennen durch Zwerchfellbruch: Prävention
Es gibt kaum Präventionsmöglichkeiten für Sodbrennen, das durch einen Zwerchfellbruch ausgelöst wird. Wenn die Zwerchfellschenkel auseinanderklaffen, gleitet das Ende der Speiseröhre, das mit dem Magen verbunden ist, mitunter in den Brustkorb (Thorax). Man spricht in diesem Fall von einem Zwerchfellbruch bzw. von einer axialen Hiatushernie. Häufig verläuft ein Zwerchfellbruch symptomlos. Bei Refluxpatienten kann es allerdings durch die Hernie vermehrt zu Sodbrennen kommen. Hernie und Refluxkrankheit korrelieren jedoch nur miteinander. In den seltensten Fällen ist die Hernie alleiniger Auslöser der unangenehmen Symptome. Zwar kann der Entstehung einer Refluxerkrankung eingeschränkt vorgebeugt werden, es gibt allerdings nur wenige Präventionsmöglichkeiten für eine Hiatushernie. Durch Stressreduktion, eine bewusste Ernährung und ggf. die Verminderung des Kröpergewichts kann regelmäßiges Sodbrennen vermindert werden [1][2][3].
Einer Funktionsstörung des unteren Speiseröhrenschließmuskels, die durch eine Hiatushernie verursacht wird, kann nur sehr eingeschränkt vorgebeugt werden. Mehr als 70 % aller Patienten, die das 70. Lebensjahr überschritten haben, leiden an einem Zwerchfellbruch. Die Spannung der Zwerchfellschenkel lässt mit zunehmendem Alter natürlicherweise nach [1]. Refluxsymptome treten dann häufig lageabhängig, z. B. im Liegen oder beim Bücken, auf. Patienten, die von besonders starken Beschwerden betroffen sind, vermeiden deshalb mitunter das Schlafen in liegender Position und ziehen es vor, ihre Nachtruhe sitzend zu verbringen. Solche Vermeidungsstrategienn empfehlen sich allerdings nicht, da der wenig erhohlsame Schlaf die Genesung negativ beeinflussen kann. Ein erhöhter abdomineller Druck (Druck im Oberbauch) lässt die Speiseröhre immer weiter in den Thorax hineingleiten. Sowohl Übergewicht als auch eine Schwangerschaft gelten deshalb als Risikofaktoren für eine Hiatushernie. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und eventuell eine Gewichtsreduktion sind demnach die einzig denkbaren Präventionsmöglichkeiten [2].
Da eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) häufig nur korrelativ mit einer Hiatushernie auftritt, sollte der Fokus vielmehr darauf liegen, vorbeugende Maßnahmen gegen diese Erkrankung zu ergreifen. Statt wenigen, üppigen Mahlzeiten sollten viele, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Saure, fettige, zuckerhaltige und besonders scharfe Speisen schwächen den Speiseröhrenschließmuskel zusätzlich und reizen die Magenschleimhaut. Nahrungsaufnahme nach 18 Uhr sollte vermieden werden. Auch Alkohol- oder Nikotinmissbrauch kann die Funktionalität des Schließmuskels vermindern und so zur Entstehung einer Refluxkrankheit beitragen. Stress, Belastungssituationen und psychische Erkrankungen begünstigen außerdem Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Eine gesunde Ernährung sowie Gewichtsreduktion, ein gutes Zeitmanagement und der Verzicht auf Rauschmittel sind eine wirkungsvolle Prävention für regelmäßig auftretendes Sodbrennen. Auch zu enge Kleidung kann den Druck im Bauchraum erhöhen und so Refluxsymptome begünstigen. Das Liegen mit erhöhtem Oberkörper vermindert das Auftreten nächtlicher Beschwerden [3].
Quellenangaben
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J. R. Siewert, M. Rothmund, V. Schumpelick (Hrsg.): Praxis der Viszeralchirurgie. Gastroenterologische Chirurgie. Springer, 2006, S. 296 ff.
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H.-U. Comberg, H.-D. Klimm (Hrsg.): Allgemeinmedizin, Thieme, 2004, S. 343 f.
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T. Lüscher, J. Steffel (Hrsg.): Magen-Darm-Trakt. Springer, 2013, S. 48 ff.
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Veröffentlicht durch: | DeGiN-Redaktion |
Erstellt am: | 23.05.2016 |
Zuletzt aktualisiert am: | 10.06.2016 |
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