Sodbrennen durch Magenleiden: Prävention
Viele Magenprobleme werden durch die bakterielle Besiedelung von Helicobacter pylori ausgelöst. Eine solche Besiedelung ist nicht ungewöhnlich und macht in vielen Fällen keine Begleiterscheinungen. Auch präventive Maßnahmen können keine getroffen werden. Die Beschwerden werden oft durch eine falsche Ernährungsweise ausgelöst. In manchen Fällen helfen bereits kleine Umstellungen wie das Reduzieren von Alkohol, Nikotin und fettreiche Speisen. Auch emotionaler Stress und ein hektischer Alltag können auf den Magen schlagen. Bewusste Entspannungsphasen sind hilfreich, um verschiedenen Magenleiden vorzubeugen.
In 80 % der Fälle wird eine chronische Magenentzündung durch Helicobacter pylori ausgelöst. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen wird. Nach Schätzungen zufolge ist etwa die Hälfte der Bevölkerung davon infiziert. Präventive Maßnahmen gegen Helicobacter pylori können bisher keine empfohlen werden. Viele Betroffene weisen auch keinerlei Symptome auf. Etwa die Hälfte der Infizierten entwickeln Beschwerden. In diesen Fällen kann eine Therapie mit einem Magenschutz und Antibiotika hilfreich sein [1]. Auch andere Erreger, wie Noroviren und in seltenen Fällen Salmonellen, können eine Magenentzündung auslösen. Diese Infektionen können durch sorgfältige Hygiene verhindert werden [2][3]. Auf regelmäßiges und gründliches Händewaschen, insbesondere vor dem Essen und nach dem Toilettengang, sollte geachtet werden. Experten empfehlen, Speisen hygienisch zuzubereiten. Dabei sollten beispielsweise für Fleisch und Fisch andere Schneidebretter verwendet werden als für Gemüse und Obst. Rohkost, wie Salat, ist vor der Zubereitung gründlich mit sauberem Wasser abzuwaschen. Helles Fleisch, wie Hühnchen und Pute, am besten ganz durchgaren. Außerdem kann eine Magenentzündung durch übermäßige Schmerzmitteleinnahme und Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin, ausgelöst werde. Werden diese Gifte verringert, sinkt das Risiko der Magenentzündung [1]. Auch Ärger und Stress können die Ursachen für Sodbrennen und eine Magenentzündung sein. Experten vermuten, dass vermehrter Stress die Magensäureproduktion steigere und die Magenentleerung verlangsamen würde. Dabei könne auch die Wirkung von Helicobacter pylori verstärkt und die Abheilung von Schleimhautschäden behindert werden. Um das zu vermeiden, wird geraten, den Alltag zu entschleunigen, hektische Mahlzeiten zu verhindern und vermehrt Entspannungsphasen einzuplanen [4].
In den allermeisten Fällen entsteht ein Magengeschwür durch eine länger bestehende Magenentzündung. Die häufigste Ursache ist also auch hier die bakterielle Besiedelung mit Helicobacter pylori. Um einem Magengeschwür vorzubeugen, sind insbesondere Schmerz- und Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin, zu reduzieren. Auch ein stressiger Alltag sollte verhindert werden [1][5].
Die Diagnose Reizmagen kann nur gestellt werden, wenn andere organische Ursachen ausgeschlossen wurden. Als Prävention sollten hastiges Essen und üppige Mahlzeiten, welche den Verdauungstrakt belasten, vermieden werden. Experten raten zu kleineren Portionen, die gut gekaut werden. Außerdem wird empfohlen, fettreiche, stark gesüßte und sehr scharfe Mahlzeiten zu meiden, da sie die Magenentleerung verzögern und die Magensäureproduktion anregen können. Auch Rauchen, Alkohol, Kaffee und Schokolade können die Ursachen für das Sodbrennen und Magenleiden sein. Um einen Reizmagen zu verhindern, sollte der Alltag durch bewusste Entspannung und kurze Erholungsphasen unterbrochen werden [6]. Verschiedene Kräutertees, wie Kamille, Fenchel oder Kümmel können wohltuend auf den Magen wirken. Auch Pflanzenextrakte aus Enzian, Süßholzwurzel oder der bitteren Schleifenblume können einen Reizmagen vorbeugen [1].
Forschungen ergaben, dass über 90 % der Patienten mit einem Magenkarzinom eine durch Helicobacter pylori verursachte Magenentzündung haben. Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist deshalb der wichtigste Risikofaktor für einen Magenkrebs. Bei Sodbrennen und Oberbauchbeschwerden ist eine Therapie gegen diese Bakterien angebracht. Diese sogenannte Eradikationstherapie wird mit Protonenpumpenhemmer und Antibiotika durchgeführt. Protonenpumpenhemmer senken die Magensäureproduktion, indem sie die Protonenpumpen in der Magenschleimhaut hemmen. Dadurch steigt der pH-Wert des Magensafts, wodurch die Elimination der Bakterien erleichtert werden kann [1]. Außerdem erhöht sich durch häufigen Genuss von geräucherten und stark gesalzenen Speisen das Risiko der Krebsentstehung und sollten vermieden werden. Auch Tabakrauch kann die Krebsbildung fördern. Experten raten zu einer mediterranen Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten wie Olivenöl [7].
Quellenangaben
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Nicole Tietze: „Auf den Magen geschlagen“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5335, 06.05.2016
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Jörg Wittig und Romy Rudolph: „Wann Selbstmedikation möglich ist“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33681, 06.05.2016
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„Was ist Gastritis?“, http://www.gastritis-aktuell.de, 06.05.2016
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„Robert-Koch-Institut informiert über Gastritis und Magengeschwüre“, http://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=55937&s=gastritis, 06.05.2016
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Michael van den Heuvel: „Magenerkrankungen gezielt therapieren“, http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3835, 06.05.2016
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Susanne Poth: „Magen unter Druck“, http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=7204, 06.05.2016
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Gerd Herold: Innere Medizin. 2014, Herold-Verlag, S. 447.
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Veröffentlicht durch: | DeGiN-Redaktion |
Erstellt am: | 23.05.2016 |
Zuletzt aktualisiert am: | 16.06.2016 |
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