Magenbrennen: Medikamente
Es gibt viele Ursachen für Magenbrennen. Häufig können Arzneimittel dagegen helfen. Eine Reihe von Medikamenten wird in der heutigen Medizin verwendet: Protonenpumpenhemmer (PPIs), H2-Blocker und Antacida.
Antacida wirken sofort, indem sie die Magensäure neutralisieren. Dafür hält die Wirkung nur wenige Stunden an. Die Aufnahme anderer Arzneien (Antibiotika, Eisenpräparate) kann durch Antacida verringert und ihre Wirkung dadurch reduziert werden [1]. Zudem dürfen Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und Elektrolytschwankungen keine Antazida einnehmen [2].
PPIs inaktivieren die Protonpumpen in den säureproduzierenden Zellen. Sie wirken für 24 Stunden. Der Wirkstoff muss erst aufgenommen werden und entfaltet seine Wirkung, indem er über das Blut zur Zelle gelangt. Der Wirkungseintritt ist dadurch verzögert. PPIs werden über die Leber abgebaut, weshalb sie Patienten mit Leberfunktionsstörungen nicht einnehmen sollten [3].
H2-Blocker hemmen die Säureproduktion direkt auf Zellebene. Ihre Wirkung setzt ca. nach einer Stunde ein. Diese Medikamentengruppe hat durch die PPIs an Bedeutung verloren [2].
Sollte das Magenbrennen nach zwei Wochen der PPI-Einnahme nicht besser werden, ist an eine andere Ursache zu denken. Bei einem symptomatischen Befall mit dem BakteriumHelicobacter pylori sollte eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden. Nicht jeder Zwerchfellbruch (Hernie) muss operiert werden, doch sollten die Beschwerden sich verstärken, muss abgeklärt werden, ob eine Operation notwendig ist. Treten Blässe, Abgeschlagenheit und starker Gewichtsverlust auf, sollte ein Arzt konsultiert werden.
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Gut wirksame Medikamente
Gegen Magenbrennen werden in den meisten Fällen Protonenpumpeninhibitoren (PPI) eingesetzt. Diese wirken direkt auf bestimmte Zellen des Magens, die daraufhin weniger aggressiv-sauren Magensaft produzieren [4]. Dadurch kann selbst bei erhöhtem Druck im Bauchraum und einer Fehlfunktion des unteren Speiseröhrenschließmusekels weniger Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen und diese reizen. Ein großer Vorteil der PPI ist ihre gute Verträglichkeit. Weniger, aber dennoch gut wirksam, sind für viele Betroffene Antazida. Diese Medikamente binden bzw. neutralisieren bereits produzierten Magensaft und verhindern so, dass es zu einer langfristigen Säurewirkung kommen kann. Antazida zeigen einen beinahe unmittelbaren Wirkungseintritt, was ihre Beliebtheit erklärt [5].
Quellenangaben
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„Sodbrennen- Rückstoß in die Einbahnstraße stoppen“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=36500, 03.06.2016
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Thomas Herdegen: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag, 2014, S. 217 ff.
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AllEx- Alles fürs Examen, Band C. Thieme Verlag, 2012, S. 377.
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Klaus Aktories: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban und Fischer Verlag 2009, S. 553 ff.
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Hubert Mönnikes: „Refluxbedingte Beschwerden – Hausärztliche Diagnostik und Therapie“, Der Allgemeinarzt 15/2013, S.38
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Veröffentlicht durch: | DeGiN-Redaktion |
Erstellt am: | 23.05.2016 |
Zuletzt aktualisiert am: | 11.08.2017 |
Prüfzyklus: | Jährlich |
Die DeGiN-Redaktion
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