Sodbrennen und Durchfall: Behandlung
Sodbrennen und Durchfall können sich als Symptome einer vorübergehenden Verdauungsstörung manifestieren. Ihr gleichzeitiges Auftreten kann aber auch auf eine Grunderkrankung hindeuten. Werden die Beschwerden etwa durch eine kürzliche Alkoholvergiftung oder eine vorübergehende Belastungssituation verursacht, sollten sie innerhalb weniger Tage von selbst abklingen. Doch, was hilft und was kann dagegen getan werden? Zur Linderung können Hausmittel oder alternativmedizinische Arzneien eingesetzt werden. Kommt es über einen längeren Zeitraum hinweg durchgängig oder wiederholt zu Sodbrennen und Durchfall, genügt die Selbstbehandlung nicht mehr. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eine ungesunde Ernährung, Nikotinmissbrauch oder eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori könnten die Beschwerden verursachen. Zur Behandlung einer Magensäureüberproduktion, die unter diesen Umständen häufig vorliegt, können gut wirksame Medikamente wie PPIs oder H2-Blocker eingenommen werden. Die Einnahme dieser Wirkstoffe sollte bereits innerhalb der ersten 24 Stunden zu einer Verbesserung des Zustandes des Patienten führen. Während eine Ernährungsumstellung erst nach und nach ihre Wirkung entfaltet, kann im Falle einer Infektion in wenigen Tagen mithilfe von Antibiotika eine Besserung eintreten [1]. Ist der Patient bereits aufgrund eines Magensäureüberschusses in Behandlung und nimmt daher magensäurereduzierende Medikamente wie die oben genannten ein, können diese eine ungenügende Produktion von Magensaft verursachen. Dieses Phänomen wird als Hypoacidität bezeichnet. Eine Hypoacidität kann eine funktionelle Verdauungsstörung auslösen, die zu den genannten Symptomen führt. Das Absetzen der Medikamente sollte dem Patienten allerdings in kürzester Zeit Linderung verschaffen [2]. Viele Patienten leiden jedoch befundlos an einem Reizdarm- oder Reizmagensyndrom. Ihre Verdauung ist aufgrund vielfältiger Faktoren, die häufig seelischer Natur sind, beeinträchtigt. Die medikamentöse Therapie sollte in diesem Zusammenhang mit einer psychologischen Beratung und dem Erlernen von Entspannungstechniken kombiniert werden. Nur sehr selten liegt eine schwere Grunderkrankung wie ein Zollinger-Ellison-Snydrom oder eine Überfunktion der Nebennieren (Hyperparathyreoidismus) vor. Gegen einen bösartigen Tumor wie ein Gastrinom muss in der Regel operativ vorgegangen werden. Daraus folgt, dass auf Hausmittel und alternativmedizinische Methoden nur dann zurückgegriffen werden sollte, wenn die Symptome sich als vorübergehende Erscheinung entpuppen. Ein Arztbesuch ist unbedingt notwendig, wenn es länger als fünf Tage am Stück oder regelmäßig mindestens zweimal die Woche zu Sodbrennen und Durchfall kommt [3].
Quellenangaben
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„Helicobacter pylori – Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung“,http://www.magendarmgrippe.net/bakterien/helicobacter-pylori.html, 24.07.2016
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U. Weingärtner, M. Petersen-Braun, „Kombination von Pankreatin und Simeticon ist wirksam und gut verträglich“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm5_51_2004,24.07.2016
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T. Lüscher, J. Steffel (Hrsg.): Magen-Darm-Trakt. Springer, 2013, S. 48 ff.
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Veröffentlicht durch: | DeGiN-Redaktion |
Erstellt am: | 23.05.2016 |
Zuletzt aktualisiert am: | 09.11.2017 |
Prüfzyklus: | Jährlich |
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